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"Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ"
Wien, 4.11.2010

Titel: Islamistischer Extremismus ist Gefahr für Muslime, Christen, Andersgläubige und Andersdenkende

Utl.:   Wir verurteilen das Terrorattentat von Al-Qaeda in Bagdad
Utl.:   Omar Al-Rawi müsste mit der gleichen Konsequenz auch den Extremismus in Österreich verurteilen

 

Mit Entsetzen haben wir von dem Al-Qaeda-Massaker an Christen in Bagdad erfahren. Dieses grausame Blutbad ist ein erschüttender Ausdruck für den blinden Hass, mit dem der islamistische Extremismus die Herzen der Menschen vergiftet. Unsere christlichen Geschwister sind im einst so pluralistischen Irak einem regelrechten Genozid ausgesetzt. Wir verlangen mehr Schutz und Sicherheit für die Christen in den Islamischen und arabischen Ländern damit diese nicht mehr der Gewalt ausgesetzt sind.

In diesem Zusammenhang begrüßen wir die Verurteilung des Massakers durch den irakisch-stämmigen Wiener SPÖ-Landtagsabgeordneten Omar Al-Rawi. Wir teilen seine „Sorge und Betroffenheit“  und drücken ebenso allen Leidtragenden unser tiefstes Mitgefühl aus.

Gleichzeitig fordern wir die gleiche Entschiedenheit und Konsequenz von Al-Rawi bei der Verurteilung von islamistischen Tendenzen unter Muslimen in Österreich. Wenn der Wiener Landesabgeordnete auch hier den Hass gegen Andersgläubige klar verurteilen und unmissverständlich deutlich machen würde, dass solche Hetze bei uns nichts verloren hat, wären seine Kritik und sein Bedauern glaubwürdiger. Doch leider vermissen wir hier seine klaren Worte. Sowohl intern – also unter Muslimen – als auch extern – öffentlich – fehlt seine Verurteilung von zahlreichen zu Hass gegen Christen und Andersgläubige aufrufenden islamischen Webseiten in Österreich.

Erst kürzlich hat eine islamisch-arabische Website, auf der Al-Rawi intensiv für seinen Vorzugsstimmenwahlkampf geworben hat, christliche, jüdische und Symbole Andersgläubiger verunglimpft und erniedrigt, was den Betreibern dieser Website mehrere Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht hat. Omar Al-Rawis Behauptung, der Internetbetreiber, den er regelmäßig zu Iftar-Abenden eingeladen hat, habe diesen Text übersehen, ist unglaubwürdig. Ist sich Omar Al-Rawi etwa nicht bewusst, dass solche Hetze bei uns eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben darstellt; auch für Muslime in Österreich und in Europa?

Wie in den Medien berichtet wurde, hat sich ein Wiener Imam und Dozent für angehende Islamlehrer vor wenigen Jahren als Hassprediger entpuppt, als er sich in einer Fatwa gegen die Heirat von Muslimen mit christlichen Frauen ausgesprochen hat, da das Blut ihrer Kinder unrein sei.

Ein weiterer Hassprediger aus Graz, der als Islamlehrer noch immer in unseren öffentlichen Schulen unterrichtet, hat auf einem Video Österreich beschimpft und als Land bezeichnet, das drei Göttern statt einem huldigt. Die Österreicher beschimpfte er als Nachkommen von Affen und Schweinen. Beide Hassprediger wurden bis heute noch immer nicht suspendiert. Wo sind dazu die kritischen Worte des Integrationsbeauftragten Omar Al-Rawi ?

Es ist untragbar, dass sich Omar Al-Rawi und die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich seit Jahren von solchen Vorkommnissen nicht immer deutlich distanzieren. Ihnen muss klar sein, dass man die Öffentlichkeit nicht dauernd mit peinlichen Ausreden für dumm verkaufen kann. Bei Vorwürfen gegen islamische Extremisten wird entweder behauptet, diese seien unwahr, weil die Aussagen falsch übersetzt worden seien, oder ein unbeabsichtigtes Missgeschick sei geschehen. Der SPÖ Landtagsabgeordnete Omar Al-Rawi müsste viel mehr diesen islamischen Radikalismus bei uns verurteilen, selbst wenn ihn das ein paar Vorzugsstimmen kostet. Gerade daran erkennt man, dass er den Islam für seine politischen Zwecke nutzen will, was gefährlich und kontraproduktiv ist. Unserer Meinung ist das ein Missbrauch des Islam.

Es ist richtig, dass es auch in Europa mittlerweile einen islamfeindlichen Rassismus gibt; dazu hat unter anderem auch der politische Islam selbst beigetragen. Doch kann man bei den Themen „Rassismus“ und „Islamophobie“ nicht immer nur auf die Anderen zeigen. Jeder muss zuerst vor seiner eigenen Haustür kehren und Toleranz sowie Dialogfähigkeit praktizieren.

Die Wurzeln des islamistischen Hasses sind politisch: Viele Menschen in islamischen und arabischen Ländern leiden unter undemokratischen Zuständen, den Folgen des Irak-Krieges und fühlen sich von der Weltpolitik unterdrückt. Auch der anhaltende Nahostkonflikt ist seit Jahrzehnten Motor der Radikalisierung. Aber: Kein noch so großes politisches Unrecht kann diesen fürchterlichen Terrorismus rechtfertigen. Nichts, kein Unheil in den islamischen und arabischen Staaten, ist eine Entschuldigung oder Rechtfertigung für Gewalt gegen Christen, Andersgläubige, Andersdenkende und Hass auf den Westen. Der islamistische Extremismus hat in den islamischen und arabischen Staaten bereits großen Schaden angerichtet. In Österreich und in Europa hat er nichts zu suchen !

Verantwortlich für den meinungsäußernden Inhalt:
Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ